Pressemitteilung

UN-Jerusalem-Entscheidung begrüßenswert

22. Dezember 2017 Kemal Ergün, Genel Başkan
Kemal Ergün, Genel Başkan

„Nicht das Recht des Stärkeren hat sich diesmal durchgesetzt, sondern die Stimme der Vernunft. Wir begrüßen die UN-Abstimmung ausdrücklich“, erklärt der Vorsitzende der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), Kemal Ergün. Anlass ist die Abstimmung der UN-Vollversammlung gegen die Entscheidung der US-Regierung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Kemal Ergün weiter:

„Das Voting der UN-Vollversammlung ist aus mehreren Gründen begrüßenswert. Zum einen ist die UN-Resolution eine deutliche Abfuhr der internationalen Staatengemeinschaft an die Politik der israelischen und der US-Regierung. Beide Parteien sind nun aufgerufen, sich auf den Boden von Recht und Gesetz zu begeben und sich auf eine verantwortungsvolle und weitsichtige Politik zu besinnen.

Ihr Versuch, ihren Willen mit finanziellen Androhungen anderen Nationen aufdrücken zu wollen, ist kläglich gescheitert. Das ist ein Hoffnungsschimmer am Horizont. Diesmal hat sich nicht der Stärkere durchgesetzt, sondern das Recht und die Vernunft. Das Diktat, das die israelische und die US-amerikanische Regierung in der Jerusalem-Frage durchzusetzen versucht haben, hätte nicht zur Befriedung der Region beigetragen, sondern den Konflikt weiter verschärft.

Zum anderen ist das UN-Voting begrüßenswert, weil die internationale Staatengemeinschaft ein weiteres Mal deutlich gemacht hat, dass der Konflikt zwischen Palästina und Israel nicht durch die Schaffung vollendeter Tatsachen von nur einer Seite beigelegt werden kann. Ein Dank gebührt daher allen Staaten, die für die Resolution und gegen das einseitige Diktat der US-Regierung gestimmt haben.

Eine Lösung dieses Konflikts ist nur am Verhandlungstisch möglich, an denen die Konfliktparteien sowie vertrauenswürdige Vermittler sitzen. Die US-Regierung hat sich durch seinen Alleingang als Vermittler disqualifiziert. Jetzt steht die internationale Staatengemeinschaft noch stärker als bisher in der Pflicht, diese Rolle zu übernehmen und sich für eine Lösung des Konflikts einzusetzen.

Wir lehnen jede Maßnahme ab, die das Leid der Menschen in der Region vergrößert und weiter Öl ins Feuer gießt. Maßnahmen hingegen, die der Befriedung dienen und die Lebensbedingungen der Menschen nachhaltig verbessern, haben unsere uneingeschränkte Unterstützung.“