Freitagspredigt
Die Kraft der Tawba
04. Februar 2026
Verehrte Muslime!
Als Menschen machen wir Fehler und verfallen auf unserem Lebensweg manchmal dem Schlechten. Was können wir als Muslime dann tun? Wir vertrauen auf die Barmherzigkeit Allahs und wenden uns ihm zu. Im Koran sagt er: „O ihr, die ihr glaubt! Kehrt euch Allah zu, in aufrichtiger Reue.“[1] Dieser Koranvers macht deutlich, dass die Tawba aufrichtig und bewusst sein soll. Das nennen wir „Nasûh Tawba“.
Das erste Zeichen einer solchen aufrichtigen Tawba ist, dass man seinen Fehler erkennt und Reue im Herzen empfindet. Diesen Zustand beschreibt Allah im Koran: „Sie denken an Allah und bitten für ihre Sünden um Verzeihung, wenn sie etwas Schlechtes getan oder gegen sich gesündigt haben; und wer vergibt die Sünden, wenn nicht Allah? Und sie beharren nicht auf dem Bösen, das sie wissentlich taten.“[2] Zudem muss die Tawba mehr sein als bloße Worte. Wir müssen die begangene Sünde unterlassen und den festen Entschluss fassen, sie nicht wieder zu begehen. Wenn die Sünde die Rechte eines Menschen betrifft, dann muss alles Notwendige getan werden, um die Schuld wieder gutzumachen.
Liebe Geschwister!
Eine aufrichtige Tawba macht das Herz weich, hält das Gewissen wach und gibt dem Leben eine neue Richtung. Die verwandelnde Kraft der Tawba liegt darin, dass sie den Menschen aus der Hoffnungslosigkeit herausholt. Wie groß eine Sünde auch sein mag, keine ist größer als die Barmherzigkeit Allahs. Der Gesandte Allahs (s) sagte: „Solange der Diener nicht im Todeskampf liegt, nimmt Allah Teâlâ seine Tawba an.“[3] Wer Tawba macht, legt die Last der Vergangenheit ab und blickt mit Hoffnung nach vorne.
Obwohl unser Prophet sündenlos war, machte er am Tag mehr als siebzig Mal Tawba. Damit lehrt er uns, dass Tawba eine ständige Reinigung und Erneuerung im Leben ist. Tawba zeigt sich nicht nur in Worten, sondern auch im Verhalten. Lasst uns deshalb aus unseren Fehlern lernen und Schritte gehen, um gute Diener und gute Menschen zu sein. Vergessen wir nicht, dass die Tore von Allahs Barmherzigkeit weit offenstehen. Möge Allah uns unsere aufrichtige Tawba annehmen, möge er uns ermöglichen, uns durch die Tawba zu reinigen und unser Leben zu verschönern. Möge Allah unsere Herzen mit Iman und unseren Charakter mit Schönheit schmücken. Âmîn.
Verehrte Muslime!
Heute ist der 6. Februar 2026. Seit der Erdbebenkatastrophe in Kahramanmaraş sind genau drei Jahre vergangen. In elf Provinzen gab es große Zerstörung. 53.537 Menschen haben wir zu Grabe getragen. 107.213 Geschwister wurden verletzt. Wir bitten Allah um Barmherzigkeit für unsere verstorbenen Geschwister. Mögen ihre Seelen in Frieden ruhen. Den Hinterbliebenen wünschen wir Geduld. Damit wir eine solche Katastrophe nicht noch einmal erleben, rufen wir die Verantwortlichen und jeden Einzelnen von uns zu verantwortungsbewusstem Handeln auf. Möge Allah die Menschheit vor solchen Prüfungen bewahren. Âmîn.
[1] Sure Tahrîm, 66:8
[2] Sure Alî Imrân, 3:135
[3] Ibn Mâdscha, Zuhd, 30
Hutba – Schwedisch
Hutba – Dänisch











