Freitagspredigt

Ramadanbewusstsein und Absicht

11. Februar 2026 Minbar
Minbar

Verehrte Muslime!
Bald beginnt wieder der gesegnete Ramadan. Am kommenden Donnerstag werden wir inschallah fasten. Allah hat uns diesen Monat als Barmherzigkeit, Vergebung und Segen geschenkt. Im Koran heißt es: „O ihr, die ihr glaubt! Euch ist das Fasten vorgeschrieben, wie es den Menschen vor euch vorgeschrieben war; vielleicht werdet ihr gottesfürchtig.[1]

Zu fasten bedeutet nicht nur, auf Essen und Trinken zu verzichten. Es bedeutet, unsere Herzen zu reinigen, unseren Willen zu stärken und unser Bewusstsein als Diener Allahs neu aufzubauen. Dieser gesegnete Monat lehrt uns, wie wichtig die Absicht ist und wie eine bewusste Dienerschaft aussieht.

Unser geliebter Prophet (s) sagte: „Die Taten entsprechen den Absichten.[2] Damit erinnert er uns daran, dass der innere Beweggrund entscheidend ist. Allah bewertet eine Handlung nicht nur nach dem, was man von außen sieht, sondern nach dem Ziel im Herzen. Wenn ein Mensch mit seinen Ibâdas Allahs Wohlgefallen sucht, erhält er Lohn. Wenn dieselbe Tat jedoch aus Angeberei oder Eigeninteresse geschieht, verliert sie ihren Wert. So ist es auch mit dem Fasten im Ramadan. Wir fasten nicht aus Gewohnheit oder Tradition, sondern aus Hingabe zu Allah.

Liebe Geschwister!
Ramadan ist eine große Gelegenheit für jeden Gläubigen, der an Allah, seinen Gesandten und den Jüngsten Tag glaubt, um sein Bewusstsein zu erneuern. Es geht darum, den Wert der Zeit zu erkennen und die Tage nicht achtlos, sondern aufmerksam zu leben.

Wenn wir unsere Zunge vor Lügen und Lästern schützen, unser Herz vor Hass bewahren und unsere Augen vor dem Verbotenen senken, dann haben wir den Sinn des Ramadan verstanden. Wenn uns das Fasten jedoch nicht von schlechten Worten und Taten abhält, bleibt am Ende nur Hunger und Müdigkeit. Unser Prophet (s) warnte davor mit den Worten: „Mancher Fastende hat von seinem Fasten nichts außer trockenem Hunger, und mancher, der nachts betet, hat von seinem Gebet nichts außer Schlaflosigkeit.[3]

Ramadan ist auch ein Monat der Erziehung. Wenn wir hungrig sind, lernen wir den Wert der Gaben zu schätzen und verstehen die Lage der Bedürftigen besser. An den Iftar-Tischen lernen wir zu teilen, und durch Zakat und Sadaka stärken wir unsere Geschwisterlichkeit.

Die Absicht ist nicht nur zu Beginn des Fastens wichtig, sondern in allen Bereichen unseres Lebens. In unserer Arbeit, in unserer Familie und in unseren Ibâdas. Wenn wir unsere Absicht immer auf Allahs Wohlgefallen richten, können selbst alltägliche Tätigkeiten zum Gottesdienst werden.

Möge unser Schöpfer uns zu denen zählen, die den Geist des Ramadan verstehen, ihre Absicht aufrichtig fassen und dieses Bewusstsein in ihr Leben tragen. Möge unser Ramadan gesegnet und unser Fasten angenommen sein. Âmîn.

[1] Sure Bakara, 2:183

[2] Muslim, Imâra, 155

[3] Ibn Mâdscha, Siyâm, 21

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