Freitagspredigt

Hutba: Die Moschee – Ort gegenseitiger Unterstützung

08. September 2022 Rahla Koran
Rahla Koran

Verehrte Muslime!

Allah hat uns Menschen als soziale Wesen erschaffen. Deshalb suchen wir die Nähe zu anderen Menschen, ja wir sind abhängig von ihnen. Alleine sind wir kaum lebensfähig. Das gilt auch für unsere Religion und Spiritualität.

Unsere Religion vermittelt uns Werte, die unser soziales Leben erleichtern, so etwa sozialer Zusammenhalt und Solidarität. Von einem Sahâbi wird überliefert: „Der Prophet hat uns sieben Dinge befohlen: den Kranken zu besuchen, an dem Beerdigungszug teilzunehmen, dem Niesenden Barmherzigkeit zu wünschen, dem Schwachen zu helfen, dem Unterdrückten zu helfen, den Friedensgruß zu sprechen und den Eidleistenden bei Erfüllung seines Eids zu unterstützen.“[1]

Liebe Geschwister!

Wir Menschen brauchen einander. Wir sind aufeinander angewiesen, weil Allah uns so erschaffen hat. Einsamkeit kann auf Dauer zu seelischen Krisen führen. Einsamkeit kann zur Ursache für Melancholie oder sogar Depressionen werden. Natürlich sollen wir nicht einfach irgendwelche Kontakte und Beziehungen führen. Ein Mensch gilt als Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen er die meiste Zeit verbringt. Deshalb ist es wichtig, wo, in welchem sozialen Umfeld und mit wem wir in Kontakt stehen. Für uns Muslime ist die Moschee ein solcher Ort. Im Koran heißt es: „Auch die Moscheen gehören Allah. So ruft niemand außer Allah an.“[2]

Verehrte Muslime!

Moscheen sind nicht nur Orte, an denen fünfmal am Tag gebetet wird. Hier helfen und unterstützen sich die Menschen gegenseitig. Moscheen sind Orte, an denen Sorgen geteilt und Geschwisterlichkeit gelebt werden. Für jeden, ob Klein oder Groß, gibt es hier religiöse und kulturelle Angebote. Moscheen sind Orte, an denen nicht nur Unterricht angeboten wird. Auch wird von hier aus humanitäre Hilfe für Bedürftige organisiert und geleistet. Moscheen sind also Zentren religiösen und sozialen Lebens.

Liebe Geschwister!

Die Moschee sollte der Ort sein, an dem wir uns gewöhnlich treffen und mit Freunden zusammenkommen. Unser geliebter Prophet ﷺ sagte: „Wenn ihr jemanden sieht, der es sich zur Gewohnheit gemacht hat, regelmäßig in Moscheen zu gehen, dann bezeugt, dass er ein wahrhaftiger Mu‘min ist.“[3]

Moscheen sollten belebt und besucht werden. Sie sind geschützte Räume, an denen unsere Kinder und Nachkommen heranwachsen können. Im Koran heißt es: „Betreuen und besuchen sollte die Moscheen Allahs nur, wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt und das Gebet verrichtet und die Zakat zahlt und Allah allein fürchtet. Diese mögen zu den Rechtgeleiteten gehören.“[4]

Mögen wir zu jenen gehören, die die Moscheen würdigen, sie beleben und darin einander unterstützen. Âmîn.

[1] Buhârî, Istizân, 8

[2] Sure Dschinn, 72:18

[3] Ibn Mâdscha, Masâdschid, 19

[4] Sure Tawba, 9:18

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