Generalsekretariat
Umweltbewusst zur Moschee: Islamische Gemeinschaft startet vierte „Emissionsfreie Woche“
10. September 2026
Zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit öffentlichen beziehungsweise emissionsarmen Verkehrsmitteln oder gemeinsam im Auto zur Moschee: Die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) ruft ihre Gemeinden vom 16. bis 22. September 2026 zu einer „Emissionsfreien Woche“ auf. Mit der Aktion will die Religionsgemeinschaft für die Folgen des Klimawandels sensibilisieren und dazu anregen, das eigene Mobilitätsverhalten im Alltag zu überdenken.
Im Mittelpunkt steht zunächst der Weg zur Moschee. Gemeindemitglieder sollen während der Aktionswoche möglichst auf Fahrten mit dem eigenen Auto verzichten oder Fahrgemeinschaften bilden. Wo es möglich ist, sollen sie zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu Gottesdiensten und Veranstaltungen kommen. Die Initiative soll dabei nicht auf eine Woche beschränkt bleiben, sondern langfristig zu einem bewussteren Umgang mit Mobilität beitragen.
„Klimaschutz beginnt nicht erst bei großen politischen Entscheidungen. Auch viele kleine Entscheidungen im Alltag haben eine Wirkung. Der Weg zur Moschee ist eine davon“, erklärt der Generalsekretär der IGMG, Ali Mete. „Wir möchten unsere Gemeinden dafür sensibilisieren, Gewohnheiten zu hinterfragen und dort, wo es möglich ist, umweltfreundlichere Alternativen zu nutzen.“
Hintergrund der Aktion sind die Folgen der Klimakrise und insbesondere der Beitrag des Verkehrs zu den CO₂-Emissionen. Die IGMG will deshalb während der Aktionswoche Informationsmaterialien zu Emissionen, Luftverschmutzung und Klimawandel bereitstellen. Die Gemeinden sind zudem eingeladen, eigene Informations- und Diskussionsveranstaltungen anzubieten.
Dabei sollen ausdrücklich auch Akteure außerhalb der Moscheegemeinden einbezogen werden. Je nach örtlichen Möglichkeiten können etwa kommunale Umwelt- und Klimabeauftragte sowie Umweltorganisationen zu Veranstaltungen eingeladen werden. Auch in der Kinder- und Jugendarbeit der Gemeinden sind Bildungsangebote zum Thema Umwelt und Klima vorgesehen.
Die Initiative knüpft zugleich an ein religiöses Verständnis von Verantwortung an. „Verantwortung für die Umwelt ist für uns kein Thema, das außerhalb des religiösen Lebens steht“, so Ali Mete. „Der verantwortungsvolle Umgang mit der Schöpfung gehört zu unserem Verständnis von Glauben. Dazu gehört auch die Frage, wie wir konsumieren, wie wir uns fortbewegen und welche Folgen unser Verhalten für andere Menschen und kommende Generationen hat.“
Die IGMG verweist dabei auch auf die soziale Dimension der Klimakrise. Umweltzerstörung und klimatische Veränderungen treffen weltweit häufig Menschen besonders hart, die ohnehin unter schwierigen Bedingungen leben. Klimaschutz ist deshalb nicht nur eine ökologische, sondern auch eine Frage gesellschaftlicher Verantwortung und Gerechtigkeit.
Die „Emissionsfreie Woche“ wird von der IGMG Klimakommission bereits zum vierten Mal durchgeführt. Sie ist Teil der Umwelt- und Klimaprojekte der Islamischen Gemeinschaft, zu denen auch ein Ratgeber für klimafreundliche Moscheen gehört.











