Die IGMG hat verschiedene Entwicklungsphasen durchlaufen und ist heute eine weltweit aktive religiöse Gemeinschaft, die dank der Unterstützung ihrer Mitglieder vielfältige Dienste anbietet. Die IGMG ist eine zivilgesellschaftliche islamische Gemeinschaft, die im Rahmen der Gesetze muslimisches Leben im Einklang mit Koran und Sunna fördert. Grundlage ihrer Arbeit ist das Bestreben, den Menschen Gutes zu tun und Allahs Wohlgefallen zu erlangen. Dabei ist das ehrenamtliche Engagement die Triebkraft aller Dienste der IGMG. Mit der Unterstützung von rund 180.000 Mitgliedern engagieren sich Hunderttausende in den zahlreichen Gemeinden und Organisationen der, allen voran in Europa. Weltweit profitieren Millionen Menschen von den Diensten der IGMG.
Die Dienste der IGMG basieren auf einer Struktur, die aus Zweigstellen, Regionalverbänden und der Zentrale besteht.
Zweigstellen und Moscheen
Die erste der drei Hauptsäulen in der Organisationsstruktur der IGMG ist die Zweigstelle (türk. „Şube“). Der Begriff bezieht sich auf Moscheegemeinden, Organisationen, Bildungszentren und Vertretungen. Mit Gemeinde (türk. „Cemiyet“) ist ein Verein samt Räumlichkeiten gemeint, die als Gebetsstätte (türk. „Mescit“) dienen und in denen auch Bildungs-, Sozial- und Kulturarbeit geleistet wird. Dazu zählen Moscheen, eigenständige Bildungszentren und Organisationen.
Die IGMG zeichnet sich durch ihre moscheezentrierte Arbeit aus und bietet mit Hunderten Moscheen vielfältige Dienste an. Die Moscheegemeinden der IGMG stehen allen Menschen offen. Sie dienen in erster Linie der Verrichtung der täglichen fünf Gebete und sind zugleich Orte für religiöse Bildung, soziale und kulturelle Veranstaltungen, Gespräche und Lehrkreise sowie für Begegnungen mit Angehörigen anderer Religionen.
Jeder Muslim kann in der Moschee beten und die Angebote der Moscheegemeinde in Anspruch nehmen. Wer möchte, kann eine Mitgliedschaft beantragen oder die Moschee durch Spenden unterstützen. In allen Moscheen der IGMG wird – insbesondere mit Schwerpunkt auf Koranunterricht – religiöse Bildung für Frauen und Männer aller Altersgruppen angeboten. Es finden Gesprächskreise, Kurse und soziale Aktivitäten statt sowie spezielle Programme für Kinder. Musliminnen und Muslime erhalten Beratung zu Fragen des Alltagslebens. Es werden Kontakte zu anderen Religionsgemeinschaften und Gespräche mit den örtlichen Behörden gepflegt. Um Nachbarschaft und das gegenseitige Kennenlernen zu fördern, werden verschiedene Veranstaltungen organisiert. Ebenso werden Straßenaktionen durchgeführt, um den Islam und muslimisches Leben der Gesellschaft näherzubringen und Perspektiven zu unterschiedlichen gesellschaftlichen Themen einzubringen. In Kooperation mit anderen lokalen Vereinen und Organisationen werden gemeinsame soziale Projekte zum Wohl der gesamten Gesellschaft umgesetzt.
Die Moscheegemeinden sind im rechtlichen Sinne als Vereine organisiert. Jede IGMG-Moscheegemeinde hat einen eigenen Vorstand. Dieser besteht aus dem Vorsitzenden und Verantwortlichen für die Bereiche Gemeindeentwicklung, Bildung, religiöse Wegweisung (Irschad), institutionelle Kommunikation, humanitäre Hilfe und soziale Dienste, Buchhaltung, Verwaltung, Sekretariat, Pilgerreisen, Bestattungswesen, Mitgliederwesen sowie Gesprächskreise. Zudem gehören dem Vorstand die Leiterinnen der Frauen- bzw. Frauenjugendorganisation sowie der Leiter der Jugendorganisation an. Bei Bedarf kann der Vorstand mit Zustimmung des jeweiligen Regionalverbands erweitert werden. Alle religiösen Dienste werden von den Imamen und Erziehern der Gemeinde innerhalb des von der IGMG festgelegten Rahmens erbracht. Die finanziellen Mittel einer Moscheegemeinde bestehen aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und sonstigen Einnahmen. In der Regel leisten alle Funktionsträger – mit Ausnahme der Imame und Erzieher – ihren Beitrag ehrenamtlich. Dieser ehrenamtliche Einsatz ist aus muslimischer Perspektive als Dschihad zu verstehen, das heißt als Bemühung für das Wohl aller Menschen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten und nur um die Zufriedenheit Allahs zu erlangen.
Regionalverbände
Zwischen den Zweigstellen eines Regionalverbands besteht der Bedarf an Koordination und Austausch. Ebenso ist ein geregelter Informationsfluss über die laufenden und geplanten Projekte erforderlich, die von der IGMG in den Bereichen Soziales und Bildung für Kinder, Jugendliche, Männer, Frauen und Familien entwickelt werden. Die IGMG-Regionalleitungen schaffen die dafür die nötige Plattform, indem sie die Kommunikation und Koordination zwischen den Zweigstellen und der Zentrale gewährleisten. So wird beispielsweise die Koordination der Zweigstellen im Raum Köln durch den IGMG-Regionalverband Köln übernommen. Diese regionalen Strukturen, von denen es in manchen Ländern mehrere geben kann, sind rechtlich gesehen juristische Personen, die über einen eigenen Vorstand verfügen.
Durch regelmäßige regionale Versammlungen, in denen die Aktivitäten und Herausforderungen besprochen werden, entsteht ein Raum für die Zusammenarbeit der Zweigstellen. Auf diese Weise können Ressourcen, Projekte und Erfahrungen zwischen den Gemeinden geteilt werden. Neben den Abteilungen für Gemeindeentwicklung, Bildung und religiöse Wegweisung (Irschad) führen auch die Frauen-, die Jugend- und Frauenjugendorganisation eigene Versammlungen durch, um ihre Erfahrungen auszutauschen und ihre Projekte gemeinsam auszuwerten. Auch die Treffen mit den Imamen dienen der gemeinsamen Reflexion und Weiterentwicklung der religiösen Dienste in den Gemeinden. Die Regionalleitungen entwickeln darüber hinaus – unter Berücksichtigung der jeweiligen regionalen Bedürfnisse – eigene Projekte und Aktivitäten.
Die IGMG organisiert ihre religiösen Dienste in Einklang mit den jeweiligen Landesgesetzen. Sie ist strukturell unabhängig, hat weder eine direkte noch indirekte Bindung an einen Staat und legt großen Wert auf ihren zivilgesellschaftlichen Charakter. Als internationale Religionsgemeinschaft misst sie dem Dialog und der Zusammenarbeit mit verschiedenen Staaten und internationalen Organisationen hohe Bedeutung bei – insbesondere in Bereichen wie Rassismusbekämpfung, Gewaltprävention, Klimawandel, Bildungsförderung und humanitäre Hilfe.
Die Zentrale
Die IGMG-Zentrale entwickelt Pläne und Projekte unter Beachtung gesellschaftlicher Bedürfnisse und Probleme, erarbeitet Lösungsstrategien, gewährleistet die allgemeine Koordination, sichert die Qualität der Dienste und pflegt den Austausch mit anderen Dachverbänden und Organisationen. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Aus- und Fortbildung von Imamen, die Erstellung von Lehrmaterialien für den Moscheeunterricht, die Erstellung von Gebetskalendern, die Sammlung und Verteilung von Opfertier-, Zakat- und Fitra-Spenden, die Durchführung von Pilgerreisen und die seelsorgerische Begleitung von Gemeindemitgliedern bei persönlichen und familiären Anliegen. All diese umfassenden Dienste erfordern einen hohen Grad an Institutionalisierung und Professionalisierung.
Religiöse Bildungs- und Beratungsangebote, soziale und kulturelle Aktivitäten sowie Angebote für Männer, Frauen, Senioren, Jugendliche und Kinder in den Regionen und Gemeinden werden durch das Fachwissen und die Erfahrung der Zentrale unterstützt und begleitet. Hierfür konzipiert die Zentrale Projekte und gibt sie an die Regionalverbände und Gemeinden weiter. Dies umfasst neben den standardisierten und institutionell verankerten Diensten auch neue Bedarfsfelder, für die Konzepte erarbeitet und umgesetzt werden.
Darüber hinaus unterstützt die IGMG-Zentrale sowohl direkt als auch über die Dachverbände, deren Mitglied sie ist, gemeinsame Anliegen aller Muslime in verschiedenen Ländern – angefangen von der Ausbildung von Imamen, über den islamischen Religionsunterricht an Schulen bis hin zur Förderung von Halal-Standarts. Zudem informiert und sensibilisiert sie die Gemeinschaft durch Veröffentlichungen wie Zeitschriften und Zeitungen über aktuelle Entwicklungen. So wird beispielsweise die religiöse Grundbildung muslimischer Kinder durch die Bildungsabteilung koordiniert, während die Abteilung für religiöse Wegweisung (Irschad) bei der Ausbildung und dem Einsatz religiöser Fachkräfte, bei der seelsorgerischen Betreuung und allgemeinen religiösen Diensten eine aktive Rolle spielt. Der Gelehrtenrat ist der Irschadabteilung angegliedert, erteilt Fatwas zu gesellschaftlichen und individuellen Fragen und veröffentlicht diese. Diese Fatwas dienen sowohl der persönlichen als auch der gemeinschaftlichen Orientierung und decken die religiösen Bedürfnisse breiter Bevölkerungsschichten ab. Sämtliche Dienste werden regelmäßig in Versammlungen mit den IGMG-Regionalverbänden beraten und abgestimmt.
Verwaltungsstruktur
Das höchste beschlussfassendes Organ der IGMG ist die Generalversammlung. Sie tritt einmal im Jahr zusammen, um den Tätigkeits- und Finanzbericht zu genehmigen. Alle fünf Jahre werden Vorstandswahlen abgehalten. Der Vorstand besteht aus dem Vorsitzenden, dem Generalsekretär und den stellvertretenden Vorsitzenden. Die institutionellen und religiösen Dienste der IGMG werden durch Beiträge der Mitglieder und die finanzielle Unterstützung der Gemeinschaft getragen.
Die Dienste der IGMG werden auf Grundlage der Beschlüsse des Präsidiums durchgeführt. Das Präsidium tagt unter der Leitung des Vorsitzenden und setzt sich zusammen aus dem Generalsekretär, den Leitern der Abteilungen für Gemeindeentwicklung, Bildung, religiöse Wegweisung, Finanzen und humanitäre bzw. soziale Dienste sowie den Leiterinnen der Frauen- bzw. Frauenjugendorganisation, dem Leiter der Jugendorganisation und den Beratern des Vorsitzenden. Die Umsetzung der Beschlüsse erfolgt durch den erweiterten Vorstand, der im Rahmen der Satzung und Geschäftsordnungen handelt. Neben den Mitgliedern des Präsidiums gehören dem erweiterten Vorstand die stellvertretenden Abteilungsleiter und die Leiter der verschiedenen Einrichtungen an. Die administrativen Einheiten sind entsprechend den Bedürfnissen und Zielgruppen eingerichtet und weiterentwickelt worden.
Innerhalb der IGMG sind die Frauenorganisation, die Jugendorganisation und die Frauenjugendorganisation eigenständige Strukturen mit eigenen Entscheidungs- und Leitungsgremien. Diese Organisationen führen religiöse, soziale und kulturelle Aktivitäten durch, die sich an ihre jeweiligen Zielgruppen richten. Sie verfügen in allen Regionen und Zweigstellen über eigene Vorstände. So werden – von der Zentrale bis in die lokalen Gemeinden – auf Mittel-, Ober- und Hochschulebene sowie in der Berufsausbildung Aktivitäten in den Bereichen religiöse Bildung, Erziehung, Kultur und Sport für Frauen und Männer aller Altersgruppen angeboten.
Darüberhinaus befinden sich in der IGMG-Zentrale Fachvereine und Einrichtungen, die sich auf bestimmte Bedürfnisse der muslimischen Gemeinschaft spezialisiert haben. Dazu gehören unter anderem die Bereiche Hadsch- und Umra-Reisen, Bestattungsdienste, humanitäre Hilfe, Antidiskriminierungsarbeit, Seelsorge sowie Verlagstätigkeiten. Diese Aufgaben werden von den dafür etablierten Facheinrichtungen wahrgenommen.
Fachvereine und Kooperationen
Gemäß ihren Grundsätzen arbeitet die IGMG nicht nur daran, die religiösen und sozialen Bedürfnisse von Muslimen zu erfüllen, sondern setzt sich – im Bewusstsein der geschwisterlichen Verbundenheit mit der gesamten Menschheit – auch für die Lösung der Anliegen aller Menschen ein. Zu diesem Zweck kooperiert sie mit verschiedenen Institutionen und Organisationen.
Neben fachbezogenen Kooperationen legt die IGMG großen Wert auf die Pflege und Weiterentwicklung der Beziehung zu Vertretern muslimischer und anderer Religionsgemeinschaften sowie zu Behörden und Institutionen. Dadurch trägt sie aktiv zur Förderung von gesellschaftlicher Solidarität, Frieden und Zusammenhalt bei.
- Fachvereine
Die IGMG arbeitet mit verschiedene Fachvereine in unterschiedlichen Arbeitsfeldern zusammen. Zu den wichtigsten gehören:
- A) Humanitäre Hilfe
Die IGMG engagiert sich im Bewusstsein der Geschwisterlichkeit für die gesamte Menschheit und verfolgt das Ziel, jedem Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen. Ausgehend davon fördert die IGMG humanitären Hilfsprojekte, leistet Unterstützung für alle Bedürftigen unabhängig von Religion, Sprache, Herkunft oder ethnischer Zugehörigkeit.
Ihre humanitäre Hilfe führt die IGMG in Zusammenarbeit mit der internationalen Hilfsorganisation „Hasene International“ durch. Diese Kooperation ermöglicht sowohl akute Nothilfemaßnahmen, etwa bei Katastrophen und Krisen, als auch langfristige, nachhaltige Projekte.
- B) Soziale Dienste
Die IGMG versteht soziale Dienste und gegenseitige Unterstützung sowohl als religiöse Pflicht als auch als Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung und ist deshalb seit ihrer Gründung in diesem Bereich aktiv. Diese sich fortlaufend weiterentwickelnden Dienste orientieren sich an den Bedürfnissen der Gemeinschaft und werden immer breiter und vielfältiger aufgestellt.
Menschen sind besonders auf Beistand angewiesen, wenn sie ihre Liebsten verloren haben. Eine würdevolle Bestattung ist für Muslime religiöse Pflicht. Um dies zu gewährleisten und Trauernde zu unterstützen, ist die IGMG seit den 90er Jahren im Bereich der Bestattungsdienste tätig. In diesem Rahmen werden alle religiösen Pflichten und behördlichen Abläufe im Namen der Angehörigen durchgeführt. Hierfür arbeitet die IGMG mit dem „UKBA Bestattungshilfeverein“ und dessen Partnern zusammen. Als Facheinrichtung ermöglicht UKBA eine koordinierte Umsetzung der Bestattungsleistungen.
Ein zentrales Anliegen der IGMG ist die Einrichtung von Orten, an denen Muslime ihrer religiösen Praxis nachgehen können – Moscheen, Gebets-, Kultur- und Bildungszentren. Beim Erwerb, Bau und Betrieb solcher Einrichtungen kooperiert die IGMG u. a. mit „EMUG – Europäische Moscheebau- und Unterstützungsgemeinschaft“ in Deutschland, IGMÖ in Österreich, NMOG in den Niederlanden, SCI Octagon in Frankreich, CMB in Belgien, DIKEV in Dänemark und AMAF in Australien.
Ein Grundsatz des Islams ist: Alle Menschen sind als Geschöpfe Allahs gleich und als Menschen Geschwister. Dieses Verständnis verpflichtet dazu, jeder Form von Diskriminierung und Rassismus entgegenzutreten. Entsprechend ist der Kampf gegen Diskriminierung ein wichtiges Arbeitsfeld der IGMG. Ziel ist es, dass Muslime – insbesondere als Minderheit – gleichberechtigt und ohne Benachteiligung leben können. Hierfür arbeitet die IGMG mit Fachstellen zusammen und verweist Betroffene z. B. in Deutschland an „FAIR international“ („Federation against Injustice and Racism“), in Österreich an die „Dokustelle“ („Dokumentations- und Beratungsstelle rassistischer Angriffe“) und in Belgien an „Kif Kif Beweging vzw“, um Beratung und Unterstützung sicherzustellen.
Darüber hinaus setzt die IGMG im Bereich der sozialen Dienste zahlreiche Projekte um – von der Verbesserung der Lebensqualität über Familienarbeit bis hin zu Umwelt- und Naturbewusstsein. Diese Aktivitäten erfolgen u. a. in Zusammenarbeit mit „Fudul – Zentralstelle für Islamische Wohlfahrt und Soziale Arbeit“. Die Projekte werden an aktuellen Themen und konkreten Bedarfen ausgerichtet, um unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen wirksam zu erreichen.
In Ländern, in denen islamische Schächt- und Lebensmittelstandards nicht gesetzlich geregelt sind, ist der Zugang zu halalkonformen Lebensmitteln eine Herausforderung. Dieses Feld reicht von der rituellen Schlachtung bis zur Bewertung von Zusatzstoffen nach Halalkriterien. Das „Europäische Halal-Zertifizierungsinstitut (EHZ)“, das 2001 seine Arbeit aufgenommen hat, prüft Produkte und Produktionssysteme anhand von Halalkriterien und bietet entsprechende Beratungen an. Durch das EHZ unterstützt die IGMG die muslimische Gemeinschaft beim Zugang zu halalzertifizierten Lebensmitteln und gewährleistet die Zertifizierung sowie die regelmäßige Kontrolle dieser Zertifikate.
- C) Bildung, Publikationen und Kultur
Bildung im Allgemeinen und religiöse Bildung im Besonderen sind wesentliche Arbeitsfelder der IGMG. Deshalb bietet sie Bildungsprogramme zu verschiedenen Themen und für unterschiedliche Altersgruppen an, um islamisches Wissen zu fördern und die Entwicklung einer bewussten muslimischen Identität zu unterstützen.
In diesem Zusammenhang arbeitet die IGMG mit „ILM International League of Academians“ sowie weiteren Bildungsinstitutionen und Organisationen zusammen. Ziel dieser Kooperationen ist es, sowohl den Einzelnen zu fördern als auch einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten, indem Bildungsangebote geschaffen werden, die zur persönlichen und beruflichen Entwicklung beitragen und das gesellschaftliche Zusammenleben sowie den sozialen Frieden stärken.
Auch im akademischen Bereich fördert die IGMG internationale Partnerschaften mit Universitäten in Deutschland, in der Türkei, in Malaysia und auf dem Balkan. Im Rahmen dieser Kooperationen werden Zertifikatsprogramme durchgeführt und der internationale Austausch gestärkt.
In Ländern, in denen es keine etablierte Tradition der Imamausbildung gibt, unterstützt die IGMG über das „Menar Institut“ Theologiestudierende, die künftig als Imame tätig sein möchten. Das Institut begleitet sie in Ausbildung und Praxis, bietet Praktikumsprogramme an, unterstützt ihre Ausbildung und verfolgt ihre Entwicklung. Dabei wird auf theologische, pädagogische und kontextbezogene Aspekte geachtet. Darüber hinaus verfolgt das Institut religionspolitische Entwicklungen und pflegt Kooperationen mit theologischen Fakultäten.
Zur Erstellung islamischer Literatur in verschiedenen Sprachen arbeitet die IGMG eng mit dem Verlag „PLURAL Publications“ zusammen. Über diesen Verlag werden originäre und übersetzte Werke in verschiedenen Sprachen veröffentlicht, allen voran in Türkisch, Deutsch, Französisch, Niederländisch, Englisch und Dänisch.
Die IGMG fördert Kunst und Kultur durch den „Sabah Ülkesi Kunst- und Kulturverein“. Dieser organisiert Kurse, Seminare und Veranstaltungen, um das Wissen über die islamische Kunst und Kultur zu fördern und öffentlich zugänglich zu machen.
- Beziehungen zu anderen islamischen Gemeinschaften
Die IGMG legt großen Wert auf den Dialog und die Zusammenarbeit mit anderen islamischen Gemeinschaften, um die Einheit der Muslime zu stärken und ihre religiösen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse zu fördern. In diesem Sinne steht sie in regelmäßigem Austausch mit ihnen und entwickelt gemeinsame Projekte.
Darüber hinaus ist die IGMG in Dachverbänden aktiv, die die Interessen der Muslime vertreten. So sind die IGMG-Gemeinden in Deutschland Mitglieder der jeweiligen Schura-Verbände in den Bundesländern. Als Mitglied des Islamrats für die Bundesrepublik Deutschland ist die IGMG zugleich im „Koordinationsrat der Muslime (KRM)“ vertreten.
In der Schweiz ist sie über die FIDS („Föderation Islamischer Dachorganisationen der Schweiz“) aktiv, in Österreich über die IGGÖ („Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich“), in Frankreich über den CFCM („Conseil Français du Culte Musulman“), in Belgien über die „Exécutif des Musulmans de Belgique“ und in den Niederlanden über den CMO („Contactorgaan Moslims en Overheid“). Diese Beispiele stehen stellvertretend für die breite internationale Vernetzung der IGMG.
- Beziehungen zu öffentlichen Einrichtungen
Die IGMG handelt stets im Einklang mit den Gesetzen und Regelungen der Länder, in denen sie tätig ist, und arbeitet bei gesellschaftlich relevanten Themen mit öffentlichen Stellen zusammen. Diese Kooperationen umfassen gemeinsame Projekte mit verschiedenen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Institutionen.
Zahlreiche gemeinnützige Projekte führt die IGMG aus eigenen Mitteln durch. In Einzelfällen werden auch öffentliche Fördermittel in Anspruch genommen.
- Dialog mit nichtmuslimischen Religionsgemeinschaften
Der Dialog mit nichtmuslimischen Religionsgemeinschaften und die Zusammenarbeit in gemeinsamen Anliegen ist für die IGMG eine wichtige Aufgabe. Ziel ist es, zu Frieden und Verständigung in der Gesellschaft beizutragen, Vorurteile abzubauen und ein Klima zu fördern, in dem Vielfalt als Bereicherung verstanden wird. In diesem Sinne beteiligt sich die IGMG aktiv an Dialogplattformen, die es Angehörigen unterschiedlicher Religionen ermöglichen, einander besser kennenzulernen, gemeinsame Werte zu betonen und zusammen an Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen zu arbeiten. Auf diese Weise leistet die IGMG einen wichtigen Beitrag zur Förderung der interreligiösen Kommunikation und zur Verankerung einer Friedenskultur in der Gesellschaft.
- Beziehungen zur Politik
Die IGMG ermutigt Muslime, ihr Wahlrecht wahrzunehmen und sich aktiv an demokratischen Prozessen zu beteiligen, damit ihre Stimme in der Gesellschaft gehört wird und sie ihre Zukunft mitgestalten können. Gleichzeitig unterstützt die IGMG weder eine bestimmte Partei noch einzelne Kandidaten. Sie lenkt ihre Mitglieder auch nicht in eine bestimmte politische Richtung. Die politische Neutralität der IGMG steht dabei nicht im Widerspruch zur Förderung politischer Teilhabe.
Die IGMG ist keine politische Bewegung oder Partei. Sie hält zu allen Parteien gleiche Distanz, äußert jedoch Kritik oder Empfehlungen gegenüber Parteien oder Politikern, deren Haltung muslimisches Leben negativ beeinflussen könnte, und bemüht sich, ihre Basis in diesem Zusammenhang zu sensibilisieren.
Darüber hinaus führt die IGMG in Kooperation mit verschiedenen Institutionen, politischen Vereinen, Stiftungen oder Initiativen Programme und Projekte zum Wohle der Gesellschaft durch. Dabei achtet sie stets darauf, dass ihre politische Neutralität gewahrt bleibt und ihre Arbeit von allen gesellschaftlichen Gruppen angenommen wird.
Fazit
Die IGMG handelt kooperativ und partnerschaftlich, um Muslimen eine Stimme zu geben und ihre aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu fördern. Durch die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Organisationen schafft sie Synergien und erweitert ihre Dienste, um noch mehr Menschen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten zu erreichen.











