Pressemitteilung

Aufruf zur Teilnahme an Wahlen in Sachsen-Anhalt

04. September 2026
Pressemitteilung

„Die Islamische Gemeinschaft ruft zur Teilnahme an der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auf. Angesichts rechtsextremistischer Positionen zu Islam, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe ist Wegsehen keine Option“, erklärt Ali Mete, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), anlässlich der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt am Sonntag, 6. September 2026. Ali Mete weiter:

„Die Islamische Gemeinschaft ruft alle Wahlberechtigten in Sachsen-Anhalt eindringlich dazu auf, am Sonntag ihre Stimme abzugeben. Demokratie lebt von Teilnahme, dass Menschen Verantwortung übernehmen – gerade dann, wenn grundlegende Werte unseres Zusammenlebens unter Druck geraten.

Für Musliminnen und Muslime ist diese Landtagswahl von besonderer Bedeutung. Rechtsextremisten sprechen dem Islam ausdrücklich die Zugehörigkeit zu Sachsen-Anhalt ab, wollen seine öffentliche Sichtbarkeit beschränken, wendet sich gegen islamischen Religionsunterricht an staatlichen Schulen und möchte ihre Vorstellungen auch über die Landespolitik durchsetzen.

Das sind keine abstrakten Debatten über Religion. Es geht um die Frage, ob Musliminnen und Muslime als selbstverständlicher Teil dieses Landes anerkannt und gleichbehandelt werden.

Ebenso besorgniserregend sind Vorstellungen im Bildungsbereich, Kinder aus Familien von Geflüchteten und Asylsuchenden dauerhaft in gesonderten Klassen zu unterrichten. Schule sollte Kinder zusammenbringen, Chancen eröffnen und Unterschiede überwinden. Sie darf kein Ort werden, an dem gesellschaftliche Ausgrenzung bereits im Klassenzimmer beginnt.

Religionsfreiheit, Menschenwürde und Gleichheit vor dem Gesetz sind keine Zugeständnisse einer politischen Mehrheit. Sie gehören zum Fundament unseres Gemeinwesens. Aus islamischer Sicht gehören Gerechtigkeit, Verantwortung und der Einsatz für das Gemeinwohl untrennbar zusammen. Musliminnen und Muslime stehen deshalb nicht außerhalb der demokratischen Gesellschaft. Sie sind ein Teil von ihr und tragen Verantwortung für sie.

Wer am Wahltag zu Hause bleibt, überlässt anderen die Entscheidung darüber, in welche Richtung sich unser Land bewegt. Und wer Extremisten das demokratische Feld kampflos überlässt, darf sich über die Folgen nicht wundern. Das wäre fatal für Musliminnen und Muslime, für Minderheiten, für unser gesellschaftliches Miteinander – und letztlich für Deutschland insgesamt.

Deshalb unser Appell: Nutzen Sie Ihre Stimme. Gehen Sie wählen. Demokratie verteidigt sich nicht von allein.“

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