Freitagspredigt

Hutba: Unsere Spiritualität bewahren

09. August 2013

Verehrte Muslime,

Allah erschuf alles mit einem Gegenstück. Als Gegenstück zum materiellen Leben hat er das spirituelle Leben erschaffen. Das Gegenstück des Lebens im Diesseits (Dunya) ist das Leben im Jenseits (Âhira). Unser wahres Ziel muss es sein, das Diesseits zu gewinnen. Unsere Gebete und Spenden, unser Fasten und unsere Pilgerfahrt, unsere Bemühung, nur Gutes zu tun und vom Schlechten abzuhalten – all das dient ausschließlich diesem Zweck.

Im Koran heißt es: „Wohl ergeht es jedoch dem, der sich läutert und ständig des Namens seines Herrn gedenkt und betet. Doch nein! Ihr zieht das irdische Leben vor, obwohl das Jenseits besser und dauerhafter ist.“ (Sure A’lâ, 87:14-17) Das heißt: Als Muslime dürfen wir nicht aufhören, immer nach dem zu streben, das segenreicher und dauerhafter ist.

Und auch unser Prophet sagte: „Ich fürchte mich nicht, dass ihr arm werdet, sondern ich fürchte mich, dass sich euch diese Welt eröffnet und ihr dann auf ihr wetteifert wie die Menschen vor euch und es euch dann verlockt, wie es sie verlockt hat.“ (Buhârî, Rikak, 7) „Wer eine Wissenschaft, welche (normalerweise) um Allahs, des Erhabenen, Willen erworben wird, nur deswegen erwirbt, um etwas von den Gütern des Diesseits zu erlangen, der wird den Wohlgeruch des Paradieses – d. h. dessen Duft – nicht einmal riechen.“ (Abû Dâwûd, Ilm, 12/3664)

Liebe Geschwister,

wir haben im Ramadan für das Jenseits gefastet, unsere Gebete verrichtet sowie die Zakat gezahlt und Spenden verteilt. Im Grunde ist alles, das ein Muslim tut, um Allahs Wohlgefallen zu erlangen, eine Investition für das Jenseits. Selbst einfache Taten gelten als Gottesdienste. Beispiele hierfür sind, einander freundlich zu begrüßen und zu lächeln, die Armen zu speisen oder ein Hindernis aus dem Weg zu räumen. In diesem Sinne sind im Islam Gottesdienste nicht nur an rituelle Handlungen und Symbole gebunden. Auch Alltägliches kann in einen Gottesdienst verwandelt werden.

Verehrte Muslime,

in diesen Tagen lassen wir den Ramadan hinter uns und feiern das Ramadanfest. Unsere spirituelle Reise setzen wir aber fort. In den letzten drei Monaten bot Allah uns viele Gelegenheiten für eine spirituelle und materielle Reinigung. In diesem Sinne hoffe ich, dass wir die Schönheiten und die Spiritualität der letzten drei Monate bewahren und auch in Zukunft die Beziehungen zu unseren Ältesten, unseren Familien und Freunden pflegen und auch an die Armen und Unterdrückten denken werden.

Möge Allah uns noch mit vielen solchen Tagen segnen. Wir wünschen allen Muslimen gesegnete Festtage.

IGMG Irschadabteilung

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