Freitagspredigt

Hutba – Zum Abschied des Monats Ramadan

20. Oktober 2006

Verehrte Muslime,

wir nähern uns langsam dem Ende des gesegneten Monats Ramadan, der ein Monat des Fastens und des Korans ist. Er hat uns in vielerlei Hinsicht Gutes und Allahs Segen gebracht. Seinen Höhepunkt erlebten wir gestern in der Qadr-Nacht. Wir hoffen natürlich, dass Allah unser Fasten und unsere Gebete und die unserer Geschwister auf der ganzen Welt, die von Allah um Frieden und das Ende ihrer Trauer und Tränen gebetet haben, angenommen hat. Wir glauben daran, dass das Fasten, die Gebete und unsere Spenden sich bei Allah zu hohen Belohnungen und Anerkennungen gewandelt haben.

Liebe Geschwister,

in unserer heutigen Hutba wollen wir einen kurzen Rückblick auf den Ramadan und unser Fasten in diesem Monat wagen. Denn dieser Gottesdienst war die wichtigste Pflicht im Monat Ramadan. Das Fasten erzieht den Körper und das Ego in jeglicher Hinsicht. Jemand der fastet, hält sich bis zum Abend vom Essen, Trinken und anderen Begierden fern. Er stellt für einen Monat seine schlechten Angewohnheiten ein. Er hütet seine Zunge vor Klatsch, Beleidigungen, Zwietracht, Lüge und Meineid. Der Fastende streckt seine Hand nicht nach Verbotenem und erst recht nicht nach Betrug aus. Seine Füße tragen ihn nicht an verwerfliche Orte.

Verehrte Brüder und Schwestern,

an dieser Stelle sollten wir uns selbst die Frage stellen, haben wir den Ramadan, der dazu dient, seine Triebe und sein Ego zu bändigen, sinnvoll genutzt? Haben wir uns selbst gut erziehen können, so dass wir in einer besseren Lage sind als vor dem Ramadan?

Das Fasten ist ein Gottesdienst, der uns die Liebe, die Milde und die Barmherzigkeit den Geschöpfen Allahs gegenüber lehrt. Nimmt denn aber diese Liebe, Milde und Barmherzigkeit seinen nötigen Platz in unserem Leben ein? In einem Hadis sagt unser Prophet: “ Ich schwöre im Namen des Herrn, in dessen Hand sich meine Leben befindet, dass ihr nicht in die Paradiesgärten eintreten werdet, solange ihr nicht glaubt. Solange ihr euch gegenseitig nicht liebt, werdet ihr nicht glauben können.“ (Müslim, Ebu Davut, Et Tac B. 5 S. 244)

Stellen wir uns weiter die Frage: Werden wir das Positive, das wir im Ramadan uns angeeignet haben, auch danach noch erhalten können?

Unser Herr sagt im Koran in der Sure Al-Baqara Vers 185: “ Es ist der Monat Ramadan, in welchem der Koran als Rechtleitung für die Menschen und als Beweis dieser Rechtleitung und als Maßstab herabgesandt wurde.“ Im Ramadan hatten wir die Gelegenheit, uns ausgiebig mit dem Koran zu beschäftigen, ihn zu lesen und ihn zu studieren. In wieweit sind denn unsere Herzen mit ihm erwacht?

Konnten wir den Dank für die Gaben des Herrn ausreichend verrichten? Haben wir auch unsere finanziellen Gottesdienste, die Zakat und die Fitra zu genüge absolviert?

Verehrte Brüder und Schwestern,

wie wir alle wissen, ist die Zakat ein wichtiger finanzieller Gottesdienst, den Allah teala uns zum sozialen Ausgleich auferlegt hat. Die Zakat reinigt das Vermögen. Die Fitra ist ebenfalls ein finanzieller Gottesdienst, der im Ramadan verrichtet werden sollte und zwar noch vor dem Festtagsgebet. Falls wir dieses noch nicht verrichtet haben, ist die Zeit dafür zwar noch nicht abgelaufen, jedoch auch etwas knapp. Deswegen sollten wir uns möglichst schnell darum kümmern.

Wir beten zu Allah, dass die Muslime und alle anderen auf der Welt in Frieden und in Zufriedenheit noch sehr viele Ramadanmonate erleben mögen und gratulieren ihnen zum Ramadan-Fest.

Wichtiger Hinweis: Am 28. Oktober veranstaltet die IGMG-Frauenabteilung ein Koranrezitationswettbewerb. Zu diesem Programm werden sich auch berühmte Rezitatorinnen aus Indonesien beteiligen. Das Programm wird in Leverkusen am Samstag um 13.00 Uhr beginnen. Wir laden hierzu alle Frauen und junge Mädchen herzlich ein.

IGMG Irschad-Abteilung