Freitagspredigt

Schlechte Gewohnheiten

25. November 2021 Tasbih Grün Schwarz
Tasbih Grün Schwarz

Verehrte Muslime!

Alles, was uns Allah gegeben hat, ist ein Geschenk und gleichzeitig etwas, das uns anvertraut wurde. Unser Leben, Besitz, Gesundheit und Familie sind nur einige dieser Gaben. Zwei davon, nämlich das Leben und die Gesundheit, und zwar körperlich wie auch geistig, sind besonders wichtig. Denn wenn wir diese göttlichen Gaben so nutzen wie es Allah gefällt, werden wir inschallah seine Zufriedenheit erlangen.

Liebe Geschwister!

Medien sind in der heutigen Welt weitverbreitet. Fernsehen, Computer, Internet, Handy und soziale Medien prägen pausenlos unseren Alltag. Sie gehören fast schon zu unseren Grundbedürfnissen wie Luft und Wasser. Medien decken viele unserer Bedürfnisse ab und begleiten unser tägliches Leben: Sie ermöglichen schnelle Kommunikation, einfachen Zugang zu unterschiedlichen Informationsquellen und informieren über aktuelles Weltgeschehen. Doch wenn diese Medien nicht sinnvoll, d. h. ihrem Zweck entsprechend, genutzt werden, können sie uns schaden, insbesondere unserer Psyche und Seele. Wenn also die Gefahrengrenze nicht eingehalten wird, kann die Mediennutzung zu Sucht und Abhängigkeit führen. Gewohnheiten werden sehr schnell zu persönlichen Eigenschaften und sind wiederum nur schwer abzulegen.

Verehrte Muslime!

Wann kann man von einer schlechten Gewohnheit oder sogar Sucht sprechen? Dies ist der Fall, wenn der Mensch die Kontrolle über seine Medien verliert und die Nutzung überhandnimmt. Geräte können ihre Nutzer nicht kontrollieren, weil sie keinen eigenen Willen besitzen. Das Problem liegt bei uns Menschen. Wer einen schwachen Willen hat und die Kontrolle über sich selbst verliert, der sollte das Problem bei sich selbst suchen.
Denn so jemand ist in einer Ziellosigkeit gefangen. Er wird pausenlos im Internet surfen, Spiele spielen, unmoralische Videos anschauen, lästern, kommentieren und tratschen. Dabei heißt es im Koran: „Stürzt euch nicht mit eigener Hand ins Verderben“[1] In diesem Koranvers warnt uns Allah vor einer solchen Ziellosigkeit, die die Wünsche unserer Nafs eindeutig stärkt.

Liebe Geschwister!

Wir Muslime sind Allah ergeben und vertrauen auf ihn. Die eigentliche Nahrung unserer Seele dürfen wir niemals vernachlässigen. Dazu gehört, dass wir zum Beispiel unsere Freizeit mit guten und sinnvollen Dingen verbringen, indem wir Gutes tun für uns, unsere Familie und unsere Mitmenschen. Wir bemühen uns darum Ibâdas zu verrichten, Nützliches zu lesen und wir verbringen auch Zeit mit unseren Geschwistern. Genau für diese Zwecke sollten wir auch unsere Kommunikationsmittel nutzen. Wir dürfen sie nicht zum Ziel machen und in den Mittelpunkt unseres Lebens setzen, sondern sie bewusst als Mittel einsetzen.

Liebe Geschwister!

Es ist unsere Aufgabe, unser Lebensziel vor Augen zu haben und unsere begrenzte Zeit mit sinnvollen und guten Dingen zu verbringen. Das ist nicht immer leicht, aber machbar. Schließlich sagte unser Prophet ﷺ: „Der starke Gläubige ist besser und Allah lieber als der schwache Gläubige, obwohl Gutes in beiden steckt.“[2]

Möge Allah uns dabei helfen. Möge er uns und unsere Nachkommen vor schlechten und schädlichen Gewohnheiten schützen. Âmîn.

[1] Sure Bakara, 2:195

[2] Muslim, Kadr, 8

Hutba-Schlechte Gewohnheiten

Hutba-Arabisch