Freitagspredigt

Mumin in Zeiten einer Wirtschaftskrise

25. Juni 2026

Verehrte Muslime!

Schwierigkeit und Erleichterung wechseln in der Dunya regelmäßig. Beide sind für den eine Prüfung in Geduld, Hingabe und Dienerschaft. Allah sagt im edlen Koran dazu: „Und ganz gewiss werden wir euch mit ein wenig Furcht und Hunger und mit Verlust an Besitz, Leben und Früchten prüfen. Doch verkünde frohe Botschaft den Geduldigen.[1] Ein Mumin weiß, dass Besitz, Gesundheit und alle Möglichkeiten, die ihm zuteilwerden, kein absolutes Eigenrecht sind. Sie sind eine Gabe Allahs. Sie sind ihm nur für eine festbestimmte Zeit anvertrautr. Mit diesem Bewusstsein fällt es leichter, Schwierigkeiten geduldig zu tragen, ohne in Auflehnung oder Angst zu verfallen.

 

Im Laufe der Geschichte sind viele Gesellschaften durch wirtschaftliche Not und Hungersnöte geprüft worden. Auch heute erleben wir überall auf der Welt Kriege in unterschiedlichem Ausmaß, Energiekrisen, Lebensmittelknappheit und wirtschaftliche Unsicherheit. Doch ein bewusster Mumin weiß, dass allein Allah der Versorger ist, und blickt mit Vertrauen auf ihn in die Zukunft. Im edlen Koran heißt es eindeutig: „Es gibt kein Lebewesen auf der Erde, dessen Versorgung nicht Allah obliegt.[2] Und unser Prophet (s) erinnert uns daran, dass jeder Mensch die Versorgung, die für ihn bestimmt ist, noch zu Lebzeiten erhalten wird und dass er deshalb niemals zu verbotenen Wegen greifen soll: „O ihr Menschen! Fürchtet Allah und sucht eure Versorgung auf einem guten Weg. Niemand wird sterben, ohne die ihm zugedachte Versorgung erhalten zu haben — auch wenn sie spät kommt. So fürchtet Allah und sucht eure Versorgung auf einem guten Weg. Nehmt das Erlaubte und hütet euch vor dem Verbotenen![3]

 

Zugleich soll der Gläubige bei allem Vertrauen auf seinen Herrn auch vorsorgen für schwere Tage und Verschwendung vermeiden. Vor allem in unserer Zeit ist es mehr als ratsam, sich von der weit verbreiteten Krankheit des übermäßigen Konsums fernzuhalten. Ein Mumin wahrt das Gleichgewicht zwischen Bedarf und Verschwendung.

 

Liebe Geschwister!

Allah warnt uns davor Gedanken, Angst vor Armut zu haben: „Der Teufel droht euch Armut an und befiehlt euch Schändliches. Allah aber verheißt euch seine Vergebung und Huld. Und Allah ist allumfassend und wissend.[4] Die Angst vor Armut, von der im Vers die Rede ist, ist die Sorge, dass der eigene Besitz durch Spenden kleiner wird.

 

Vergessen wir nicht: Auch unser Prophet (s) und seine Gefährten standen unter schwerem wirtschaftlichem Druck. Doch gerade in diesen schweren Tagen haben sie einander unterstützt und mehr geteilt. Diese goldene Genration ist unsere Orientierung, um für die Armen, Bedürftigen und die Unterdrückten einzustehen. Wir achten auf unsere Ausgaben, aber wir vergessen die Bedürftigen nicht.

 

Möge Allah der Erhabene uns zu Dienern machen, die Seiner Gnade teilhaftig werden und ihrem Herrn aufrichtig vertrauen. Möge Er uns vor den Einflüsterungen des Teufels bewahren. Amin.

Âmîn!

[1] Sure Bakara, 2:155

[2] Sure Hûd, 11:6

[3] Ibn Mâdscha, Tidschâra, 2

[4] Sure Bakara, 2:268

 

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