Freitagspredigt
Ein gesegnetes Kurbanfest!
26. Mai 2026
Verehrte Muslime!
Wir danken Allah dafür, dass wir ein weiteres Kurbanfest erleben können. Festtage sind ein Geschenk, denn sie stärken unseren Zusammenhalt und unser Mitgefühl. Das Opfern, Kurban, ist mehr als eine Ibâda: Es steht für Hingabe, Vertrauen und Nähe zu Allah. Es erinnert uns an die Propheten Ibrahim (a) und Ismail (a). Ihre Treue und Hingabe werden uns bis zum Jüngsten Tag als Vorbild dienen. Sie machen uns bewusst, was es heißt, Allah zu dienen. So heißt es im Koran: „Weder ihr Fleisch noch ihr Blut erreicht Allah. Doch eure Takwâ erreicht ihn.“[1]
Leider überschatten Kriege und Konflikte unsere Festtage. In verschiedenen Teilen der Erde leiden und sterben unschuldige Menschen. Darunter viele Kinder, Frauen und alte Menschen. Zerstörte Städte, zerrissene Familien und die verlorene Hoffnung auf Frieden hinterlassen tiefe Wunden im Gewissen der Menschheit. Viele Menschen, die sich eigentlich wie wir freuen sollten, leben heute in Angst und Ungewissheit.
Der Islam lehrt uns Frieden und fordert von uns, Frieden zu vermitteln. Unser Prophet (s) sagte: „Ein Muslim ist derjenige, vor dessen Zunge und Hand die anderen Muslime sicher sind. Und ein echter Gläubiger ist derjenige, dem die Menschen in Bezug auf ihr Leben und ihren Besitz vertrauen.“[2] Damit erinnert uns unser Prophet (a) daran, dass Frieden eine Verantwortung ist – für jeden Einzelnen von uns und die gesamte Gesellschaft. Deshalb sollten wir für den Frieden auf der ganzen Welt beten und uns mit aller Kraft dafür einsetzen.
Liebe Geschwister!
Das Kurbanfest ist ein Fest des Teilens und der Selbstlosigkeit. Wenn wir das, was wir besitzen, mit den Bedürftigen teilen, bauen wir Brücken zwischen den Herzen. Wahren Reichtum erlangen wir nur, wenn wir teilen und abgeben. Unseren Geschwistern und allen anderen Menschen in Krisen- und Kriegsgebieten zu helfen, ist eine Pflicht unseres Imans. Allah hat für jene, die unterdrückten Menschen beistehen, eine frohe Botschaft: „Jene, die ihren Besitz bei Nacht und bei Tag, im Verborgenen und im Offenen auf dem Wege Allahs ausgeben — für sie ist ihr Lohn bei ihrem Herrn. Keine Furcht wird über sie kommen, und sie werden nicht traurig sein.“[3]
Lasst uns in diesen Festtagen unsere Herzen von Wut und Zorn befreien. Wünschen wir uns, dass Liebe und Nachsicht zuerst in uns selbst und dann in unserem Umfeld zunehmen. Überwinden wir Kränkungen und versöhnen uns mit denen, mit denen wir Streit hatten. Tragen wir Ruhe und Vertrauen in unsere Familie und Gesellschaft. Denn Frieden beginnt mit kleinen Schritten. Er wächst durch einen Gruß, ein Lächeln, ein Opfer und durch eine gute Tat, die noch so klein erscheinen mag. Nehmen wir das Fest zum Anlass, unsere Eltern, unsere Älteren, Geschwister und Verwandte und die Einsamen zu besuchen oder sie zumindest anzurufen. Und bereiten wir den Kindern eine Freude.
Möge Allah uns zu jenen zählen, die für Frieden, Geschwisterlichkeit und Mitgefühl stehen. Möge er all unseren Geschwistern in Palästina, in Gaza, im Libanon, in Ostturkestan, im Iran und überall auf der Welt Frieden und Heil schenken. Möge er der gesamten Menschheit Ruhe, Gerechtigkeit und Frieden schenken. Möge er unsere Opfer annehmen und unser Fest segnen. Âmîn!
[1] Sure Hadsch, 22:37
[2] Tirmizî, Iman, 12
[3] Sure Bakara, 2:274











